Beitragsdynamik in der Lebensversicherung: Herausforderungen und Modellierung

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Lebensversicherungsverträge zeichnen sich durch außergewöhnlich lange Vertragslaufzeiten aus; mittlerweile werden bereits Verträge mit Laufzeiten von mehr als 50 Jahren abgeschlossen. Diese große Zeitspanne stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Tarifkalkulation, welche die langfristigen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten absichern soll, sondern auch an die Einschätzung des Kundenverhaltens über Jahrzehnte hinweg. Besonders relevant sind dabei Optionen, die Kundinnen und Kunden während der Vertragslaufzeit ausüben können, allen voran die Storno- und Beitragsdynamikoption.Die Beitragsdynamikoption ermöglicht es, die Versicherungsbeiträge regelmäßig zu erhöhen, um den Versicherungsschutz an Inflation oder steigende Lebenshaltungskosten anzupassen. Für den Versicherer kann sich dadurch ein positiver Nebeneffekt ergeben, da die zusätzlichen Beiträge aus der Dynamik zu einem erhöhten Beitragswachstum führen und fehlendes Neugeschäft teilweise kompensieren kann.Für Projektionen im Rahmen von Solvency II oder zur Ermittlung von Ertragswerten ist eine realistische Modellierung des Ausübungsverhaltens entscheidend; verwiesen sei hierzu auf den DAV-Hinweis „Best Estimate in der Lebensversicherung“ vom 24. Juni 2025. Der Vortrag zeigt, dass einfache Modellansätze mit konstanten Ausübungswahrscheinlichkeiten erhebliche Verzerrungen verursachen können. Stattdessen wird ein Ansatz vorgestellt, der das Ausübungsverhalten als Markow-Kette abbildet und insbesondere die Abhängigkeit von der letzten Optionsausübung berücksichtigt. Auf diese Weise kann das Kundenverhalten über die gesamte Vertragslaufzeit präziser projiziert werden, was einen wichtigen Beitrag zu einer realitätsnahen Bewertung und Steuerung von Lebensversicherungsportfolios leistet.

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Categories: LIFE

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